Fastenbrechen - der letzte Blog-Eintrag


Geschafft - 7 Wochen ohne sind vorbei. Aufgenommen mit meinem I-Phone X
Geschafft - 7 Wochen ohne sind vorbei. Aufgenommen mit meinem I-Phone X

Geschafft! 7 Wochen lang ohne Alkohol, Fleisch, Sexualität und die private Nutzung meines Smartphones. Ostersonntag. Dies ist nun der letzte Blog-Eintrag. 

 

Heute also das Fastenbrechen. Eine Chronologie. 

 

5.30 Uhr: Der Wecker klingelt. 

5.31 Uhr: Ich bin im Bad, ziehe mich an, wasche mich, putze die Zähne. 

5.43 Uhr: Ich rufe meinem Vater die Treppe herunter: "Ich gehe nicht mit zur Kirche". 

5.45 Uhr: Mein Vater verlässt das Haus, meine Mutter schläft noch. 

 

5.50 Uhr: Ich packe einige Dinge in meine Tasche: eine Flasche Weizen-Bier (kühlschrankkalt), 2 Stück Burgerfleisch (tags zuvor zubereitet), 2 Kinderriegel, mein geladenes IPhone. 

5.52 Uhr: Ich hole mein Fahrrad aus der Garage und fahre in Richtung Naturschutzgebiet, an die Stelle, an der ich vor Wochen beschlossen hatte, mein bisher größtes Fastenprojekt zu starten.  

6.06 Uhr: Ankunft an der Stelle, an der sich Hessel und Ziegenbach (Versmold) treffen. 

6.07 Uhr: Ich baue die Lebensmittel auf einem Ast auf, drapiere passend für das Foto für diesen Blog. Noch ein paar Minuten bis zum Sonnenaufgang - zu der Stunde, in der auch Jesus auferstanden sein muss. 

6.19 Uhr: Sonnenaufgang. Mein Handy ist an und zeigt mir ganz genau die Uhrzeit an. Ich setze mich auf die Bank und beginne zu beten. Ich spüre, wie sich etwas in mir bewegt. Ich danke Gott für die vergangenen Wochen. Für die Erfahrungen, die ich machen durfte, meine Gedanken und dass er mir im Gebet begegnet ist. 

6.21 Uhr: Ich beginne zu weinen, ein paar Tränen - Trauer und Freude gemischt. Eine riesige Last fällt von mir ab. 

6.23 Uhr: Ich mache ein paar Fotos (für diesen Blog und später für Whats-App). Die Sonne ist inzwischen über den Bäumen aufgetaucht. 

6.25 Uhr: Frühstück! Ein bisschen wie die letzte Tour mit den Jungs vom Kegelclub. Aufstehen, Bier auf, Fleisch rein, Schokolade. 

6.25 Uhr: Ich beginne mit dem ersten Bissen Fleisch. Eine Explosion macht sich in meinem Gaumen breit. Wahnsinn! Mich überkommt angenehmer Wohlgenuss. 

6.26 Uhr: Der erste Schluck Bier nach sieben Wochen. I love it! Unbeschreiblich, dieser Geschmack. 

6.29 Uhr: Ich beschließe, den Rest meines Bieres und ein ziemlich großes Stück Fleisch zu entsorgen. Es ist einfach zu viel. 

6.29 Uhr: Kinderriegel zum Nachtisch. Ich hatte um ein Haar vergessen, warum ich mir dann und wann die "Extraportion Milch" genehmigen sollte. 

6.30 Uhr: Die ersten Whats-App-Nachrichten an die allerwichtigsten Menschen meines Lebens sind bereits verfasst. Ich bin auch in der digitalen Welt angekommen. 

6.31 Uhr: Ein unfassbares Glücksgefühl überkommt mich. Ich habe es geschafft!!! Und mehr noch: Ich bin glücklich. Zum ersten Mal seit mehreren Wochen - seit jenem Tag, als ich vor Gott das Fasten beschlossen hatte - sind meine Gedanken frei. 

6.33 Uhr: Ich bemerke, dass es ziemlich kalt ist. Ab aufs Fahrrad, zurück nach hause. 

ca. 6.50 Uhr: Ich komme zuhause an, eine Tasse Kaffee, ab aufs Sofa: Schlaf nachholen. 

6.52 Uhr: Mein Magen rebelliert. Das war er nicht mehr gewöhnt. 

12.42 Uhr: Ein Bekannter fragt mich, wo auf dem Bild denn bitte Sex zu sehen sei. Das behalte ich für mich ;-) 

ca. 13.00 Uhr: Mittagessen: Fleisch, Bohnen, Kartoffeln, Dessert - ich könnte sofort Fleisch und Dessert weg lassen. 

13.45 Uhr: Mein Handy geht mir auf die Nerven. Später mache ich es aus. Mein Smartphone-Verhalten wird sich grundlegend ändern, beschließe ich. 

 

14.05 Uhr: Ich schreibe die letzten Zeilen dieses Blogs, bevor ich den Tag des Fastenbrechens weiter zelebrieren werde. Es wird ein toller Tag! 

 

Danke für deine Anteilnahme, deine Gespräche, deine Beiträge, dein Mitlesen, dein Like auf Facebook. Über 10.000 Klicks hat dieser Blog in den letzten sieben Wochen bekommen. Damit hätte ich niemals gerechnet und macht mich, zugegeben, auch ein bisschen stolz! Danke!!! 

 

 

 


"Manchmal ist das Leben wie ein Stück Holz, das in einem Fluss dahintreibt. In ruhigem Gewässer können wir es beobachten. Alles wirkt friedlich, als ob es immer so bleiben könnte. Aber irgendwann kommt eine Stromschnelle. Wo ist das kleine Stück Treibholz hin? Wir verlieren es aus den Augen. Es scheint weg zu sein. Der Fluss ist stärker als das kleine Stückchen Holz. Willst du der Fluss sein? Oder das Treibholz? Wenn du wieder dorthin schaust, wo der Fluss ruhiger wird, entdeckst du es irgendwann - ein neues Treibholz." 

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